Stahlhammer Main Page Stahlhammer
submenu
Link to original article: http://www.discover.de/kritiken/sites/stahlhammer2.html

Article:

Stahlhammer
Wiener Blut
High Gain Rec. / Arcade
Thrash- und Death-Metal mit Ausflügen

Metal, wohin gehst du? Nicht erst seit "Wiener Blut" stellt sich diese Frage und Ausflüge in Richtung Gothic, Klassik, HipHop oder Industrial verbreitern das Terrain in immer weniger fantaugliche Breite. Was Musiker machen können, um ihre eigenen Ansprüche an Neues umzusetzen, ist auch für sie immer schwerer zu entscheiden und so sucht man halt überall und nirgends.Stahlhammer haben das gleiche Problem, nur ihre Lösung ist fast schon von außen vorgegeben. Die Zusammenarbeit der Wiener mit der dort ansässigen Staatsoper legt zwei Themen nur zu nahe: Wien, mit seinen Schrammeln und dem traditionellen Ambiente, und dicht daran die Oper. Dementsprechend ist "Wiener Blut" auch der Soundtrack eines gemeinsamen Tanz-Oper-Stahlhammer-Projektes. Brutal, fett und bösartig wie auf dem Vorgänger "Killerinstinkt" wuchten sie Baßlastiges bis in die Wohnungen der Nachbarn und sind, für ihre Verhältnisse, in den ersten zehn Minuten fast traditionell. Track vier bedeutet dann schon den ersten Schwenk, HipHop, oder Crossover dominiert, Indianergesänge schleichen sich ein. Mystisches folgt mit urweltlichen Chören und zäh-schwerem Heavy-Rhythmus und die Texte nehmen an verständlichem Gewicht und an bösartiger Psychose zu. Psychedelisch-destruktive Soundlandschaften würzen einen fast poppigen Ausflug ("Can't Touch This") und "Stalingrad" überrascht mit eigenartigen Balkan-Chören und Arrangements, die fast von Ivanoff sein könnten. "Mach's Dir Selbst" bringt uns dann wieder auf den Boden der hammerharten Stahlhammer-Tatsachen zurück. "Wiener Blut" ist nicht gerade ein typisches Metal-Produkt, zu vielfältig sind die Einflüsse und zu weitreichend die Rücksichtnahme auf das Ballett. Stattdessen aber haben die vier an farbenfroher Abwechslung zugenommen und eines der außergewöhnlichsten Alben des Metal-Jahres geschaffen.