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Es gibt bestimmt nicht viele Bands, die gerade nach dem Austausch des Sängers und des Gitarristen genauso klingen wie vorher. Stahlhammer haben da durchaus eine exponierte Position. Bei dem vierten Album "Eisenherz" arbeiten sie mit dem gleichen Sänger, wie bei ihrem Debüt "Killerinsinkt", nämlich Gary Wheeler. Dass diesen Job zwischenzeitlich jemand anderes übernommen hat, merkt man nicht unbedingt. Weiterhin haben sie sich von ihrem langjährigen Gitarristen getrennt, so dass auf der aktuellen Scheibe nur noch die Rhythmus-Sektion mit der vom zweiten Album "Wiener Blut" übereinstimmt. Verwirrend? Macht nichts, denn der Rammstein-mäßige Sound, der Rammstein-mäßige Gesang und die, na ja, plakativen deutschen Texte sind einfach gleich geblieben. Die Basis der Songs ist brutale Härte, in immer ähnlichen Stakkato-Riffs ausgedrückt. Die Harmoniewelt beschränkt sich zu oft auf eine Tonlage, die in Strophe und Refrain stählern durchgehalten wird. Zuweilen erhalten die Riffs Helmetesque oder, nicht zuletzt durch die düsteren Keyboardlinien, arg gruftige Züge. Zwischenzeitlich zeigen die Wiener durch balladeske Töne- z.B. in "Bis In Alle Ewigkeit" oder "Süsses Lied" - dann doch die grundsätzliche Bereitschaft zur Harmonie-Vielfalt. Besonderen Charme birgt jedoch zeitweilig der Wiener Slang, das hört sich gerade in der stilechten Adaption des NDW-Hits "Eisbär" interessant an. Um sich mal kräftig abzureagieren kommen Stahlhammer genau richtig daher, und sicherlich gehören sie in die Oberliga des Stampfmetal. Aber es bleibt halt Stampfmetal, da hilft auch der zwischenzeitliche Ausflug an die Wiener Staatsoper nichts.